Medizinische Fakultät Linz: JKU gewinnt Prof. Michael Foerster als wissenschaftlichen Berater

Die Johannes Kepler Universität Linz gewinnt einen international anerkannten Mediziner, um die Errichtung der Medizinischen Fakultät zu unterstützen. Prof. Dr. Michael H. Foerster begleitet als wissenschaftlicher Berater die Aufbauarbeiten und strategischen Festlegungen der vierten JKU-Fakultät.

Die Vorbereitungen für die Medizinische Fakultät an der JKU laufen seit Monaten auf Hochtouren. Ende Februar wird aller Voraussicht nach auch der Beschluss zur Finanzierungsvereinbarung im Parlament gefasst. Während der Aufbauphase werden nicht nur die Studienplätze, sondern auch die Schwerpunktsetzung in Forschung und Lehre sowie die entsprechende Infrastruktur schrittweise aufgebaut. Für diese weitreichenden Festlegungen lässt sich die JKU von international anerkannten Wissenschaftern beraten. Eine Schlüsselrolle nimmt der renommierte Augenarzt und ehemalige Dekan der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Michael Foerster, ein.

Prof. Foerster ist ausgewiesener Experte für die Behandlung von Augentumoren und hat während seiner mehr als 20-jährigen Tätigkeit den deutschlandweit einzigartigen Tumorschwerpunkt am Klinikum Steglitz der Freien Universität Berlin aufgebaut. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Diagnostik von Netzhauterkrankungen, die optimale Netzhautchirurgie und die Grundlagenforschung des Sehsystems.

Neben seiner umfangreichen Arbeit als Arzt, Wissenschafter und Hochschullehrer war Prof. Foerster mehrere Jahre Dekan und Ärztlicher Direktor am Fachbereich Humanmedizin der Freien Universität.

Seit Ende der 90er Jahre wurde unter der Leitung von Prof. Foerster mit Hilfe der neu etablierten Protonentherapie zahlreichen Patienten das Augenlicht gerettet. Bei der Entwicklung neuer Therapie- und Operationsmethoden kooperierte Foerster eng mit Forschern aus Fachgebieten wie der Mechatronik, Materialentwicklung oder Strahlenforschung.

Unsere Vision für die Medizinische Fakultät der JKU ist es, durch Fokussierung und Kooperation Spitzenforschung und –lehre zu betreiben. Mit Prof. Foerster konnten wir einen anerkannten Mediziner gewinnen, der über langjährige Erfahrung verfügt, die für den Aufbau einer modernen und innovativen Fakultät enorm wertvoll ist. Die JKU ist jetzt schon von starker fachübergreifender Kooperation und Synergien zwischen den Fakultäten geprägt. Die Medizinische Fakultät ergänzt diese Kultur optimal und wird uns neue wissenschaftliche Felder erschließen“, erklärt der Rektor der JKU, Richard Hagelauer.

Prof. Foerster begleitet die JKU bei folgenden Themen:

  • Weiterentwicklung der vorliegenden Forschungsausrichtung zu einem kompetitiven Forschungskonzept

  • Beratung bei der Entwicklung der Forschungsstrukturen sowie des Raum- und Funktionsprogramms für das neu zu errichtende Fakultätsgebäude

  • Beratung bei der Erstellung des universitären Entwicklungsplans für den Bereich medizinische Fakultät

  • Screening und Evaluierung der bestehenden medizinischen Forschung an den Abteilungen der künftigen Universitäts-Krankenanstalt

  • Beratung bei der Erstellung der Stellen- und Ausschreibungsprofile der neu zu schaffenden Lehrstühle

  • Beratung der Studienkommission und des Vizerektors für Lehre bei der Implementierung des Studiums Humanmedizin, insbesondere beim didaktischen Konzept

Gründungskommission des Wissenschaftsrats begleitet Fakultätserrichtung

Der Österreichische Wissenschaftsrat hat auf Grundlage der Beschlüsse der Hochschulkonferenz ein Begleitgremium zur Gründung der Medizinischen Fakultät in Linz eingesetzt. Die Kommission wurde durch den Wissenschaftsrat beschickt und setzt sich aus namhaften Professoren aus Deutschland und der Schweiz zusammen. Neben den Wissenschaftern gehören der Kommission auch Vertreter von JKU, Bund, Land und Stadt an. Die konstituierende Sitzung findet am 28. Februar an der Johannes Kepler Universität statt.

Lebenslauf

Prof. Dr. Michael Heinrich Foerster

Michael Foerster wurde am 15.12.1943 in Windsbach (Mittelfranken) geboren. Von 1963 an studierte er bis 1969 in Tübingen, Miami und Berlin. Ab 1966 Doktorand in der Neurophysiologie der FU Berlin, erfolgte die Promotion 1971 mit einer neurophysiologischen Arbeit über Entladungsmuster retinaler Neurone.

Nach seiner Tätigkeit am Physiologisches Institut II der Freien Universität Berlin von 1970 bis 1972, wo er Einzelzellableitungen aus Nervenzellen der intakten Netzhaut untersuchte, begann er seine ophthalmologische Ausbildung an der Universitäts-Augenklinik Tübingen bei Frau Prof. Dr. E. Aulhorn und wechselte 1978 an die Universitäts-Augenklinik nach Essen unter G. Meyer-Schwickerath. In diese Zeit fielen ein Forschungsaufenthalt an der Augenklinik in Rotterdam (Prof. Henkes, Drs. van Lith und Relja Zivojnovic) und ein Forschungsaufenthalt an der Hadassah Medical University in Jerusalem bei Prof. Dr. E. Auerbach.

Ab 1.4.1979 war er zunächst Funktionsoberarzt und danach (ab 1.1.1984) Leitender Oberarzt der Abteilung für Erkrankungen des hinteren Augenabschnitts unter A. Wessing. 1987 habilitierte sich Michael Foerster und 1990 wurde er nach Berlin als Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Benjamin Franklin der Freien Universität berufen.

1993 wurde er Dekan des Fachbereichs Medizin und war von 1995 bis 1998 Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. Er baute den bisher einzigen Schwerpunkt in Deutschland für die Protonentherapie intraokularer Tumore am Helmholtzzentrum Berlin auf.

Seine Pensionierung erfolgte im Jahr 2010. Seit April 2010 ist er an der Universitätsaugenklinik in Bologna/Italien und war bis zum September 2013 im Augenzentrum der DRK-Kliniken Berlin Westend tätig. Er führte ebenso bis zum 31.8.2013 regelmäßige ophthalmo-onkologische Sprechstunden in der Universitäts-Augenklinik Tübingen durch, dem Ausgangspunkt seiner ophthalmologischen Laufbahn.

Von 1996 bis 2004 war er Präsident der Retinologischen Gesellschaft. Von 1998 – 2005 war er im Vorstand der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft tätig. Von 2002 bis 2008 war er Generalsekretär der SOE (Europäische Augenärztegesellschaft). In seiner Eigenschaft als Präsident der DOG von 2004 bis 2005 war er auch Ausrichter des Europäischen Augenärztkongresses der SOE 2005 in Berlin. Im Jahr 2005 erhielt Michael Foerster das Bundesverdienstkreuz für seine Leistungen in der Ophthalmologie.

Rückfragen:

ESNED NEZIC, MA

Universitätskommunikation
Pressesprecher

Tel.: +43 732 2468-3010

Fax: +43 732 2468-9839

esned.nezic@jku.at

About the Author

Administrator

Comments are closed.