Aberglaube? Nicht mit uns!

Utl.: Die Gesellschaft für kritisches Denken wendet sich gegen
betrügerische Esoterik und wissenschaftsfeindliche Schwindelei.

Große Tageszeitungen drucken täglich Horoskope ab, WahrsagerInnen und
WünschelrutengeherInnen machen Geld mit unhaltbaren Behauptungen,
dubiose AlternativmedizinerInnen behandeln PatientInnen oft mit
wissenschaftlich längst widerlegten Methoden. Noch immer stehen Esoterik
und Aberglaube bei vielen Menschen hoch im Kurs. Prof. Heinz Oberhummer
von der Technischen Universität (TU) Wien und seine „Gesellschaft für
kritisches Denken“ versuchen dagegen anzukämpfen und aufzuzeigen, wo die
Grenzen zwischen echter Erkenntnis und Vermutung, zwischen Wissenschaft
und esoterischem Hokuspokus verlaufen.

Angriff gegen die Wissenschaft

Wissenschafter zu sein bedeutet für Prof. Heinz Oberhummer, bekannt als
Astrophysiker, Buchautor und Wissenschaftskabarettist, auch eine soziale
Verantwortung: „Wenn jemand etwas behauptet, das wissenschaftlich längst
widerlegt und offensichtlich falsch ist, kann man das als Wissenschafter
nicht einfach unwidersprochen hinnehmen.“ In esoterischem Aberglauben
sieht Oberhummer einen bedenklichen Angriff auf die Wissenschaft. „Hier
sind auch die Universitäten gefragt: Wir müssen klarstellen, dass
Wissenschaft und Esoterik nicht zwei gleichberechtigte Sichtweisen sind.
Wissenschaft beruht auf intensiver Forschung, auf Messung und
Beobachtung. Esoterik stellt Behauptungen auf, die sich bei näherer
Betrachtung als falsch herausstellen.“

Wissenschaftliche Methoden gegen Schwindelei

Die Gesellschaft für kritisches Denken, deren Vorsitz Oberhummer führt,
gehört der weltweiten Skeptiker-Bewegung an und ist die Wiener
Regionalgruppe der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen
Untersuchung von Parawissenschaften). Sie ist interessiert an einem
Beweis für außergewöhnliche Phänomene: Wer der Meinung ist, über
unerklärbare, übernatürliche Fähigkeiten zu verfügen, kann seine
Begabung von der GWUP näher untersuchen lassen. Gemeinsam einigen sich
dann EsoterikerInnen und WissenschafterInnen auf eine
Untersuchungsmethode, die entscheiden soll, ob an den behaupteten
Fähigkeiten wirklich etwas dran ist. Ein breites Spektrum von
übernatürlichen Phänomenen wurde von der GWUP bereits untersucht – von
Wasserader-MuterInnen bis zu GeistheilerInnen. Echte übernatürliche
Fähigkeiten wurden allerdings bisher nicht entdeckt:
„Bei sauber durchgeführten Untersuchungen stellte sich jedes Mal wieder
heraus, dass die angeblichen, übernatürlichen Phänomene Einbildung und
Selbsttäuschung waren“, erklärt Oberhummer.

Verstärkung jederzeit willkommen

Die Gesellschaft für kritisches Denken möchte ein
naturwissenschaftliches Weltbild nun auch in Österreich stärker als
bisher verankern. „Vielleicht gelingt es uns ja gerade heuer im
Darwin-Jahr, in dem wieder über Evolution und Kreationismus diskutiert
wird, viele neue Mitglieder anzuwerben und einer breiteren Bevölkerung
klarzumachen, was von unwissenschaftlichem Aberglauben zu halten ist“,
hofft Oberhummer. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder an der TU
Wien zum Informationsaustausch. Zu den prominenten Mitgliedern gehören
Ulrich Berger, Wirtschaftsmathematiker an der WU Wien und bekannter
Science-Blogger, Erich Eder, Biologe an der Universität Wien, der sich
als Kritiker von „Wasserbelebungsmethoden“ einen Namen gemacht hat,
sowie Krista Federspiel, die sich als Medizinjournalistin gegen
wirkungslose und manchmal sogar gefährliche „alternative“ Heilmethoden
einsetzt.
„Wer sich für uns interessiert, ist herzlich eingeladen, ganz
unverbindlich bei uns vorbeizuschauen“, erklärt Heinz Oberhummer.

Die Gesellschaft für kritisches Denken gibt es auch im Internet:
http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/
Die nächsten Treffen:
6. April 2009,
4. Mai 2009 und
4. Juni 2009
jeweils um 18:00 Uhr
im Atominstitut der TU Wien,
Freihaus, Wiedner Hauptstraße 8-10,
5. Stock, gelber Turm

Wenn Sie in die Mailingliste der Gesellschaft für kritisches Denken
aufgenommen und über künftige Treffen informiert werden wollen,
schreiben Sie eine Email an Krista Federspiel: krista@fam-federspiel.at

Rückfragehinweis:
Ao.Univ.Prof.i.R. Dr.phil.
Heinz Oberhummer
Technische Universität Wien
Atominstitut der
Österreichischen Universitäten
Wiedner Hauptstr. 8
1040 Wien
T: +43 (1) 58801-14251
heinz.oberhummer+e141@tuwien.ac.at

Aussender:
TU Wien – PR und Kommunikation
DI Florian Aigner
Operngasse 11/E011, A-1040 Wien
M +43-650 5256414
E pr@tuwien.ac.at
www.tuwien.ac.at/pr

About the Author

Administrator

Comments are closed.